Hurra, wir proben wieder!

Hallo Freunde,

ja, wir proben wieder! Es hat uns doch zu sehr in den Fingern gejuckt. Und als nun einige Beschränkungen reduziert wurden, haben auch wir uns wieder in unseren Proberaum gewagt. Naja, zunächst einmal war reinemachen angesagt. Dann ging es an die zaghaften, ersten Versuche.

Hurra, wir proben wieder! 1

Aha, geht doch noch! Doch nicht eingerostet, weder Stimme noch Finger. Aber Sicherheit ist was anderes. Also üben, üben und nochmal üben. Uns hat es riesen Spaß gemacht, nach der langen Zeit.

Wir wollen aber nicht vergessen, warum wir nicht geprobt haben. Auch durch unsere Band zieht sich eine Meinungsvielfalt von, ” immer nur mit Maske”, bis hin zu, “was soll ich damit”. Auch wir hatten also einiges zu diskutieren und es zeigt sich wie schwer dieses Thema doch in Wirklichkeit ist. Wenn sich alle an die Maskenpflicht und Abstandsregelungen halten, dann mag das gehen, aber wenn nur einer ausbricht und nicht bereit ist, dann weichen diese ganzen Regelungen sehr schnell auf. Wir haben es selbst erlebt!

Nachdem also größere Versammlungen wieder möglich sind, haben wir uns erneut mit dem Thema auftreten oder nicht beschäftigt. Wir wollen natürlich wieder vor Publikum Musik machen. Alle sind heiß darauf!

Also haben wir uns mal, inkognito, eine solche Veranstaltung im mittleren Rahmen angesehen. Der Wirt hatte einen großen Saal und den angrenzenden Biergarten hergerichtet. Wie von ihm erwartet mit Hygienekonzept. Es gab Desinfektionsmittel am Eingang und auf den Toiletten, auf ausreichend Abstand wurde überall durch Schilder hingewiesen und Nase-Mund-Masken mussten außerhalb des Sitzplatzes getragen werden. Im Saal waren die Tische weiter auseinandergestellt und jeder musste sich in eine Liste eintragen. Gruppen wurden familienweise zusammengesetzt. Im Biergarten waren Plätze für Stühle vor der Bühne markiert und auch hier der Abstand großzügig eingehalten.

Es wurde Essen und Getränke serviert und die Kellner beachteten alle Regeln.

Soweit so gut! Dann begann die Live-Band zu spielen. Coversongs aus den 60ern, 70ern und 80ern. Alle Gassenhauer dabei! Die Jungs machten das super und schnell kam Stimmung auf. Wir waren begeistert. Live Musik nach so langer Zeit und dann auch noch handgemacht. Wirklich klasse!

Zum Ende des ersten Sets hatten die Jungs uns auf Ihrer Seite. Die Stimmung war großartig. Der Wirt mahnte nochmal zur Vorsicht und Einsicht und Abstand zu halten.

Es begann das zweite Set und nach nur zwei Liedern war die Stimmung wieder voll da.

Aber was passierte jetzt? Es gibt ja immer ein paar Leute, die meinen sie wüssten es besser. Also wurden einfach weitere Stühle aus dem Saal in den Biergarten vor die Bühne gestellt. Das Personal versuchte dieses rückgängig zu machen und wies die Beteiligten auf die Einhaltung der Regeln hin. Aber das schien einige Wenige doch noch zusätzlich zu motivieren, weitere Personen mit Stühlen vor die Bühne zu holen. Nachdem der Wirt sich, seiner Gäste und der Stimmung zu liebe zurückhielt, wurde anschließend auch zum Tanzen aufgefordert und die immer Besserwissenden waren sofort dabei. Nun wurde es den Aktiven warm und die Luft unter den Mund-Nase-Bedeckungen dünn. Also, runter damit! Was interessieren mich auch die vorsichtigen Warnungen der anderen. Jetzt ist Partytime!

Und klar! So wollen wir es auch, wenn wir auftreten. Stimmung muß sein und das Publikum soll mitgehen. Nur dann macht es auch uns einen riesen Spaß! Dafür treten wir auf! Also tolle Veranstaltung und alles Richtig gemacht?

Wohl nicht! Es zeigt sich auf der ganzen Welt, da wo das Virus nicht ernst genommen wird, breitet es sich rasant aus. Man blicke nur mal nach Amerika, Brasilien, Indien und……
Wer es näher haben möchte schaut nach Güterloh, Duisburg, Baden-Würtemberg, Hessen und Bayern.

Hotspots bilden sich meist dort, wo Menschen ungezwungen zusammenkommen. In beispielsweise Religionsgemeinschaften, auf Familienfeiern, auf Wahlveranstaltungen und anderen Personenansammlungen in Gemeinschaftsräumen und -unterkünften.

Bisher haben wir eine Krankheit bekämpft und dafür einiges an Einschränkungen hingenommen. Das es vereinzelt zu Ausbrüchen kommen wird, war wohl allen klar und man wollte dann schnell und lokal reagieren.

Aber plötzlich, wenn es dann lokal passiert, dann brauchen wir Schuldige. Es ist nicht mehr die Krankheit, die uns einschränkt, sondern der “böse und gierige” Verantwortliche. Wer auch immer das dann sein mag.

Abgesehen davon, daß dieses Verhalten sehr verwerflich ist, möchten wir gar nicht erst in die Lage kommen verantwortlich zu sein.

Daher freuen wir uns, daß wir wieder Musik machen können und unsere Band weiterhin gut funktioniert, aber Auftritte, auch oder gerade nach oben geschildertem Erlebnis, sind für uns zur Zeit noch keine Option. Das ist Schade, aber wir machen das auch für Euch!

Bitte bleibt uns gewogen, auch unsere Zeit wird wieder kommen. Wir sind uns da sehr sicher!

Die Zeit nutzen wir nun also zur Studioarbeit. Wir nehmen unsere Songs auf, mixen und mastern und wollen mal sehen, ob wir auf diesem Wege zu Euch gelangen können.

Bis dahin macht es gut und passt auf Euch auf!

EURE
OLDSCHOOLS